Sonntag, 30. August 2015

Das Leben als Brasilianerin

Bom dia,

Ich habe mir gedacht, dass ich doch einmal was über meinen Alltag hier in Brasilien schreiben könnte. Nach jetzt schon über drei Wochen kommt es mir nämlich doch schon ziemlich wie Alltag vor und ich kann nicht glauben, dass ich erst drei Wochen hier bin.
Also von Montag bis Freitag habe ich immer morgens von 7:10 Uhr bis 12:15 Uhr Schule, also morgens. Das ist hier wichtig zu erwähnen, da in Brasilien viele nachmittags Schule haben. Meine kleine Gastschwester zum Beispiel geht um 13:00 Uhr in die Schule und hat dann Unterricht bis 17:00 Uhr. Nachmittags sind hauptsächlich die Jüngeren und wenn man sich jetzt fragt warum das so ist..naja man braucht weniger Platz für mehr Schüler. Eigentlich ganz clever mit diesen zwei Uhrzeiten. Aber jeden Mittwoch darf auch ich nachmittags noch einmal in die Schule. Von 13:30 bis 18:10.
Und was mach ich eigentlich sonst so in der restlichen Zeit?
Ein bis zweimal in der Woche helfe ich ehrenamtlich in einer Einrichtung, die Therapien für behinderte Kinder anbietet. Es sind meist Kinder mit einer Behinderung, die sich auf die Entwicklung auswirkt und dort werden sie darauf vorbereitet diese Benachteiligung so gut es geht auszugleichen. Ich spiele dort mit den Kinder oder helfe bei den Therapiestunden und es ist richtig interessant zu sehen.
Außerdem werde ich jetzt hier mit Zumba anfangen und eventuell noch eine andere Tanzart (und schon einmal an alle die fragen: Nein, nicht Samba, die Samba-Schulen sind ab 16).
Ich dachte eigentlich, dass ich hier mit etwas komplett Neuem anfange und habe mich letzte Woche einmal in Muay Thai (Kampfsport) und Capoeira ( Mischung aus Tanz und Kampf mit Wurzeln in Afrika) probiert. Ich muss sagen, dass beides echt sehr interessant ist, aber ich wohl für beides dann doch eher die falsche Person bin und ich diese beiden Sportarten dann doch eher den Anderen überlasse. Es war trotzdem eine interessante Erfahrung einmal bei einer Stunde mitzumachen.
Ansonsten habe ich noch einmal im Monat nachmittags 'laboratorio'. Das sind zusätzliche Studen für Chemie und Biologie in denen man den Stoff aus dem Unterricht anschaulicher darstellt. Zum Beispiel mit Experimenten. Hier ist es nämlich nicht so, dass man jede Stunde in einem extra Fachraum dafür ist, sondern nur wenn man laboratorio hat. Ansonsten sind alle Fächer in demselben Klassenzimmer. Ich denke ich werde aber noch einmal einen Eintrag über die Unterschiede zwischen Brasilien und Deutschland machen.
Ansonsten muss ich nachmittags lernen und Hausaufgaben machen und ab und zu mache ich was mit Freunden, aber das ist hier unter der Woche gar nicht so üblich, kommt mir zumindest so vor. Dafür werden dann eher die Wochenenden genutzt und selbst da eher die Abende.
Die letzten Wochenenden war ich entweder auf Geburtstagen, war mit Freunden essen, im Kino oder habe etwas mit meiner Familie unternommen (meistens sonntags).
Gestern waren wir zusammen in Rio de Janeiro. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich nur etwa 100 km von dieser unfassbaren Stadt entfernt wohne. Ein Tagesausflug dorthin ist also kein Problem. Zuerst sind wir an die Copacabana gefahren, haben dort Mittag gegessen und ich war das erste Mal am Meer hier in Brasilien.*-* Außerdem habe ich den Strand von Ipanema gesehen. Es ist so unglaublich schön dort und ich habe mich schon da in diese Stadt verliebt gehabt. Danach ging es einmal fast quer durch die Stadt zu einem Aussichtspunkt von dem man einem super Blick über die Stadt hat und dafür muss man einem quer durch einen Nationalpark. Ich finde die Kombination aus Natur und Stadt ist eine richtig gute Idee und es macht diese Stadt aus. Danach ging es noch zum Cristo Redentor. Es ist echt beeindruckend wirklich in Realität dort zu sein. Man hat in seinem Leben schon so viele Bilder davon gesehen und dann ist man wirklich dort. Von dort oben hat man auch noch einmal eine tollen Blick über die ganze Stadt und die gigantischen Ausmaße.
Es war ein toller Tag und ich bin überglücklich, dass ich die Möglichkeit dazu bekommen habe.
Allein schon die Fahrt dahin zeigt einem die schöne Natur von Brasilien.
Natürlich hat Rio de Janeiro nicht nur die schönen Seiten, die Touristen-Plätze. Ich bin gestern auch an einigen Favelas (Armenvierteln) vorbeigekommen. Auch das ist Teil von Brasilien und auch das ist Teil des Auslandsjahres. Der Unterschied zwischen arm und reich wird in Rio de Janeiro besonders deutlich.
Nächste Woche fahre ich mit meiner Gastfamilie dann über das Wochenende nach Trindade. Das ist eine kleine Stadt am Meer und ringsherum ist ein tropischer Regenwald. Ich freue mich schon richtig darauf und hoffe nur, dass es nicht regnen wird.
Ich kann es nicht glauben, dass ich nächste Woche einfach schon einen Monat hier bin. Einerseits kommt es mir so vor als wäre ich schon viel länger hier, aber andererseits ist es echt komisch wie schnell die Zeit vergeht.
Ich werde mich dann aber sobald wie möglich wieder melden.

Até breve,

Lisa:)











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