Sonntag, 20. September 2015

Regen, Unabhängigkeit und eine brasilianische Hochzeit

Hallo ihr Lieben,

ich dachte mir, dass ich mal wieder einen Blog-Eintrag schreiben könnte. Ich hatte ja im letzten Post geschrieben, dass wir geplant hatten ans Meer zu fahren. Doch leider ist meine Befürchtung wahr geworden und es hat das ganze Wochenende geregnet. Also sind wir dann doch zu Hause geblieben und haben was mit Freunden und Familie gemacht. Am 7. September ist in Brasilien Tag der Unabhängigkeit. Hier gibt es dann so gut wie in jeder Stadt Umzüge, die von den Schulen veranstaltet werden. Da es aber auch da den ganzen Tag geregnet hat und meine Schule nicht dabei war, habe ich davon nur Bilder gesehen. Da es ein Montag war hatten wir dann alle zum Glück erstmal einen Tag schulfrei. Außerdem war ich an diesem Tag bei einem Geburtstag.
Ich habe an diesem Wochenende das erste Mal ein 'Churrasco' miterlebt. Brasilianer lieben Fleisch und das ist auch das was es hauptsächlich bei einem Churrasco gibt. Es ist ein Grillfest und Brasilianer lieben es. Das Fleisch wird in kleine Stücke geschnitten und jeder kann sich dann nehmen was er will und man kann alles probieren.
Der Rest der Woche war dann eigentlich ganz normal, nur am Freitag ging es für mich dann auf eine Exkursion nach Rio de Janeiro mit meiner Schule.Wir waren erst bei 'Bienal'. Das ist eine Buch-Messe zu der auch viele Autoren kommen. Wir hatten nur leider 6 Stunden Zeit und man hatte alles nach 2 Stunden gesehen, also war es zum Schluss ziemlich langweilig. Danach sind wir noch in ein Shopping-Center gefahren, in dem wir aber nur 2 Stunden Zeit hatten und jeder schon müde war und einfach nur etwas essen wollte. Also war auch dort nichts mit einer großartigen Shopping-Tour. Am Ende sind wir um 1 Uhr nachts dann wieder zu Hause angekommen. Es war aber insgesamt trotzdem ein schöner Tag dort.
 Am Samstag war ich dann auf einer brasilianischen Hochzeit eingeladen. Es war die allererste Hochzeit auf der ich in meinem Leben war und es war so toll es mitzuerleben. Die Braut ist jedoch erstmal über eine Stunde zu spät gekommen, was hier aber auch normal ist.Während der Zeremonie in der Kirche konnte man nur einmal wieder die kulturellen Unterschiede bemerken. Die ausgestreckte rechte Hand (wie bei Hitlergruß) ist hier zum Beispiel ein religiöses Symbol, was schon etwas komisch ist zu sehen als Deutsche. Nach der Zeremonie in der Kirche ging es dann zu dem Ort wo das Fest war. Dort gab es dann den ganzen Abend Essen und Musik und es war ein echt schöner Abend. Eine Hochzeit hier fängt meistens abends an und nicht wie in Deutschland schon nachmittags. Vor meinem Auslandsjahr hatte ich immer gehofft, dass ich vielleicht einmal die Chance bekomme hier eine Hochzeit mitzuerleben, hätte aber nicht gedacht, dass es wirklich klappt.
Ansonsten war an diesem Wochenende auch nicht viel mehr. Es hat zwei Wochen fast die ganze Zeit geregnet und ob man es glaubt oder nicht: Es war kalt. Selbst ich als Deutsche fand, dass es kalt war. Aber hier kommt einem Kälte viel schneller kalt vor, weil es keine Heizungen gibt, sondern nur Klimaanlagen. In der Woche danach hat sich das Wetter aber zum Glück wieder geändert.
Obwohl ich mir zurzeit auch nicht so sicher bin, ob es Glück ist, denn jetzt ist das komplette Gegenteil. In der letzten Woche hatte es jeden Tag mehr als 30 Grad und manchmal sogar mehr als 35 Grad. Man darf nicht vergessen, dass wir uns immer noch im Winter befinden und erst morgen der Frühling anfängt. Für nächste Woche sind dann auch einmal 38 Grad vorhergesagt. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich den Sommer hier dann einmal überleben soll, aber zusammen mit Klimaanlage und Pool wird das hoffentlich schon irgendwie gehen.
Am Freitag hatte ich wieder Portugiesisch-Kurs mit den anderen Austauschschülern hier in der Region und konnte deswegen nicht schwimmen gehen, aber dafür habe ich dann gestern den ganzen Tag mit Freunden am Pool verbracht und das ist auch quasi die einzige Sache, die man bei so einem Wetter machen kann.
Nächste Woche ist bei uns eine Woche in der wir jeden Tag zwei Arbeiten schreiben müssen (drei Stunden Unterricht, danach Tests und danach dürfen wir gehen). Das gibt es einmal in jedem Bimester. Eigentlich hätte es schon gestern ( ja,an einem Samstag) anfangen sollen, ist aber diesmal zum Glück ausgefallen. Generell schreibt man hier viel mehr Tests in einer Woche als in Deutschland. Ich bin echt froh, dass die Noten für mich hier nicht wichtig sind.
Ich denke das war erst einmal wieder alles aus den letzten 3 Wochen. Die Zeit vergeht so unglaublich schnell und man erlebt so viel. Das kann man gar nicht alles in Worten zusammenfassen. Jetzt versteh ich, was immer alle Austauschschüler meinten. Es ist so toll, wenn man auf einmal immer mehr versteht, immer mehr mitreden kann und immer mehr alleine machen kann. Wenn man anfängt immer mehr auf Portugiesisch zu denken und träumen und sich zu Hause fühlt ist das einfach ein unglaubliches Gefühl.  Es sind die kleinen Dinge, die ein Auslandsjahr so unvergesslich machen. Man merkt, dass man sich gerade wirklich ein zweites zu Hause aufbaut. Auch, wenn man es wohl immer noch nicht wirklich realisieren kann und es wohl auch erst einmal nicht realisieren wird. Ich bin erst 1 1/2 Monate hier, aber ich fühl mich wohl hier und weiß: Es war die richtige Wahl nach Brasilien zu gehen! Auch wenn es nicht immer einfach ist. Ich denke ein Auslandsjahr macht gerade das aus. Diese Up- und Downs. Durch sie wächst man, durch sie verändert man sich und durch sie lernt man.
Ich werde mich bald wieder melden.

Até breve,

Lisa:)
tägliches Mittagessen: arroz e feijão ( Reis mit Bohnen)

Brasilien im Winter

Açai*-*

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