Dienstag, 17. Mai 2016

Mit Anakonda, Faultier, rosa Delfin und Alligator über den Amazonas

Hallo ihr Lieben,

ich bin gestern von meiner unvergesslichen Reise zum Amazonas wiedergekommen und kann es noch nicht glauben, dass ich wirklich da war! Es war so atemberaubend schön und wohl die beste Reise meines bisherigen Lebens! Die Natur, die Menschen und alles was wir gemacht haben-einzigartig.
Am 7.5 hieß es für mich um 2 Uhr nachts aufstehen, damit ich pünktlich um 7:10 Uhr von Rio mit zwei anderen Austauschschülern nach Belo Horizonte fliegen konnte und von dort aus dann mit ganz vielen anderen ATS weiter nach Manaus fliegen konnte. Allein schon der Anflug in Manaus ist wunderschön, da man direkt über den Regenwald und den Fluss fliegt. An dem Tag selbst haben wir dann aber nicht mehr viel gemacht, außer in unserem wunderschönen Hotel mit riesigem Pool und kleinem Zoo auf die anderen Austauschschüler gewartet zu haben. Am Abend gab es dann noch eine kleine Begrüßungsveranstaltung und bis dahin hatte die Reise noch nicht viel mit dem Dschungel-Abenteuer abseits der Zivilisation zu tun, denn Manaus ist eine Großstadt, zwar am Amazonas, aber man hat dort trotzdem alles genau wie überall sonst auch. Am nächsten Tag haben wir noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und haben an einem riesigen Markt und am Teatro Amazonas angehalten. Danach sind wir 2 Stunden in einen anderen Ort gefahren (Straße führt durch den Regenwald) und haben dort dann abends schon unsere erste Wanderung im Regenwald gemacht. Sie fing bei Tageslicht an und hörte in völliger Dunkelheit auf. Ohne Taschenlampe wäre man aufgeschmissen gewesen. Es ging auch in eine Fledermaus-Höhle und wir konnten in einem Wasserfall baden gehen und selbst dieser Abend war unglaublich. Danach gab es noch einen kulturellen Abend mit einer traditionellen Tanzgruppe und danach wurde ein Quiz gemacht, um die Boots-Gruppen (dazu komm ich später noch) zu bestimmen.
Am nächsten Morgen bin ich erst einmal mit einer kleinen Lebensmittelvergiftung aufgewacht und konnte bei der kleinen Wanderung zu einem Wasserfall leider nicht mitmachen. Dafür ging es mir dann wieder besser und ich konnte ganz normal weitermachen. Wir sind mittags wieder zurück nach Manaus gefahren, um dort dann in unsere Boote zu steigen, denn der Rest der Reise fand mit Booten statt. Diese hießen: Anaconda, bicho-preguica (Faultier), boto cor-de-rosa (rosa Amazonas-Delfin) und jacaré (Alligator). Dadurch erklärt sich jetzt auch der Titel von meinem Post. Ich selbst war auf dem Boot Anakonda (natürlich das coolste Boot ;)) und genau das wurde eben bei diesem Quiz am Abend zuvor bestimmt. Alle Leute auf einem Boot sind wie eine Familie zusammengewachsen. Denn für sieben Tagen lebt man zusammen. Natürlich hat man auch ab und zu einmal mit den anderen Booten etwas zusammen gemacht, aber den Großteil hat man doch in den einzelnen Boots-Gruppen verbracht.
Nachdem wir auf dem Boot angekommen sind, sind wir an Manaus vorbei zu dem Treffen der zwei Flüsse gefahren und es gab Mittag essen (immer zwei Boote essen zusammen auf einem extra Essens-Boot). Es treffen dort die Flüsse Rio Negro und Rio Solimoes aufeinander, die zusammen den Amazonas bilden. Der eine ist schwarz und der andere braun und durch unterschiedliche Dichte, Geschwindikeit und Temperatur ist es eine saubere Linie, wenn sie aufeinander treffen (Bild unten).
Wir waren auf der ganzen Reise aber nur auf der schwarzen Seite, also auf dem Rio Negro unterwegs.
Danach sind wir zu den riesigen Victoria Seerosenblättern gefahren und haben auf dem Weg dorthin schon Affen in den Bäumen, ein Faultier und einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen.
Damit war der erste Tag schon vorbei und die erste Nacht in der Hängematte hat begonnen und auch wenn es schwer zu glauben ist- es war bequem darin zu schlafen.
Am nächsten Tag sind wir ein wenig weiter gefahren und haben einen echten Indianer-Stamm besucht. Dort haben wir über die traditionelle Heilkunst erfahren und haben eine Schule besucht und uns einige Bräuche erklären lassen. Dort gibt es auch ein Ritual mit giftigen schmerzhaften Ameisen worüber es auch schon einmal einen Bericht von Galileo gab (unten verlinkt). Dort habe ich mir ein traditionelles Tattoo machen lassen, welches angeblich 15 Tage halten soll. Danach sind wir zu einem riesigen Baum gefahren und danach konnten wir das erste Mal im Fluss baden gehen und sind sogar banana boat gefahren und konnten das stand-up paddle board von unserem Boot benutzen. Am Abend haben wir noch eine Geburtstagsfeier für eine von unserem Boot gemacht und haben dabei wohl wegen zu lauter Musik ein Indianerdorf in der Nähe gestört..das passiert wenn zu viele Austauschschüler zusammen sind.
Am nächsten Morgen sind wir zu einem kleinen Dorf gefahren und haben uns Acai-Bäume und Mandioca Pflanzen angeschaut und uns die traditionelle Herrstellung von Tapioca-Mehl erklären lassen und durften uns danach alle Tapioca in einer riesigen Pfanne machen. Danach durften wir wieder baden gehen und am Nachmittag waren wir mit allen Booten in einem Dorf (kein Indianer-Stamm) am Amazonas. Dort haben wir die Schule besucht, gegen das Dorf Fußball gespielt und Armbänder gemacht. Es war echt eine tolle Erfahrung das Leben der Menschen kennenzulernen.
Am nächsten Morgen sind wir Piranha-Fischen gewesen. Leider habe ich zwar keinen gefangen, aber ein paar andere auf meinem Boot schon. Danach sind wir zu den 'rosa' Amazonas-Delfinen gefahren um mit diesen zu schwimmen, aber selbst nach Ortwechsel haben diese sich nicht blicken lassen und wir beschlossen am nächsten Tag noch einmal wieder zu kommen. Am Nachmittag ging es dann auf die Suche nach Faultieren und mit diesen konnten wir dann auch Fotos machen. Danach sind wir noch zu einer riesigen Anakonda gefahren und am Abend sind wir auf der Suche nach Alligatoren gewesen und haben auch mit den kleinen Babies Bilder machen können. Zum Abschluss des Abends gab es dann noch eine Präsentation über ganz Amazonien von dem Indianer, welcher uns den ganzen Trip über begleitet hatte.
Am nächsten Morgen sind wir dann noch einmal zu den Delfinen gefahren und diesmal hatten wir Glück und wir konnten mit ihnen schwimmen.*_* Danach sind wir mit allen Booten zusammen zu einem Strand gefahren (selbst am Amazonas gibt es Traum-Strände). Am Nachmittag sind wir dann noch mit traditionellen Kanus gefahren, was echt gar nicht so leicht war, haben wieder Armbänder aus Acai-Samen gemacht und sind wieder schwimmen gewesen. Am Abend sind wir dann wieder in den Wald rein und haben dort dann mitten im Wald in unseren Hängematten übernachtet. Zusammen mit Spinnen, Fröschen, Eidechsen, Riesen-Grashüpfern und den ganzen anderen Tieren, die man nicht gesehen hat, aber die auch da waren. Es war eine echt einmalige Erfahrung.
Der nächste Tag war dann auch schon unser letzter kompletter Tag. An diesem sind wir Vögel beobachten gewesen, ohne großen Erfolg, konnten noch einmal baden gehen und haben nachmittags noch eine echt interessante Wanderung durch den Wald gemacht, bei dem uns ein Indianer viel über natürliche Medizin und Mückenschutz erklärt hat.
Am Sonntag waren wir dann morgens noch einen Baum pflanzen, welcher auch als Erinnerung an unser Auslandsjahr gelten soll. Und noch passender: Es war ein Acai-Baum. Acai-das wohl Beste Essen in ganz Brasilien.
Am nachmittag haben sich alle Boote dann auf einem Boot versammelt und wir hatten ein Abschluss-Meeting, haben Bilder gemacht, auf Flaggen unterschrieben, in Abschiedsbücher geschrieben und so weiter und dann ging es nach dem Abendessen auch schon zum Flughafen.
Dort mussten wir dann 5 Stunden warten, bis wir dann um 1:30 nach Belo Horizonte geflogen sind und dann um 8:15 wieder nach Rio. Ich hatte Glück, denn wir haben bei dem Anflug auf Belo Horizonte den Sonnenaufgang gesehen und in Rio sind wir direkt am Cristo Redentor und an den Stränden vorbei geflogen. Das war noch einmal ein schöner Abschluss meiner Reise, die ich nie vergessen werde.
Danach bin ich nur noch mit den Bus nach Hause und habe wirklich den Rest des Tages geschlafen, denn die Reise hat einen echt müde gemacht.
Ich hoffe wirklich, dass ich alle bald mal wiedersehen kann und ich irgendeinmal wieder zum Amazonas kommen kann. Ich kann es nur jedem empfehlen die Chance zu nutzen, falls ihr sie bekommt. Es ist einfach toll nachts die Affen zu hören oder nach dem Aufstehen erst einmal Delfine zu sehen. Die Landschaft ist einfach unglaublich und mit dieser Reise haben sich einige meiner Lebensträume erfüllt!
Jetzt habe ich nur noch sieben Wochen hier und versuche diese so unvergesslich wie möglich zu machen!

Bis bald,

eure Lisa:)


































Bis 5:30 geht es um das Ritual am Amazonas:




Kommentare:

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  2. Hey,
    Ich folge deinem Blog nun schon das ganze Jahr und wir hatten vor unserem Auslandsjahr ja auch schonmal geschrieben gehabt. Ich finde es einfach immer noch richtig mutig von dir und ich wette du kommst mit einer ganz anderen Sichtweise wieder nach DE. So eine Amazonasreise muss wirklich toll sein. Genieße die restliche Zeit :)
    Lg Lina

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    1. Hey,

      das freut mich, dass du meinen Blog die ganze Zeit verfolgt hast!Danke und jaa das auf jeden Fall! Man wird von diesem Jahr so sehr geprägt und man verändert sich:) Ohne dieses Jahr, wäre ich nicht der Mensch, der ich jetzt bin.
      Ja, die Reise war wirklich unglaublich toll!:) Da hatte ich echt Glück!:)
      Mach ich:)

      Lg Lisa

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